
Was ist ein Schauspieler ohne Bühne?
Nicht mehr wert als ein Sandkorn an einem Südseestrand
Ein Sänger ohne Publikum?
Nicht mehr als eine schöne Stimme am Wegesrand.
Was ist ein Tänzer ohne Partnerin?
Nur ein einsamer Mann auf dem Parkett.
Ein Maler ohne Farbe,
Nur eine Leinwand ohne Fleck.
Vielmehr als seine Kunst
braucht ein Künstler doch sein Publikum.
Ein Held ohne seinen Bösewicht
macht doch keinen Finger krum.
Sitzt nur nutzlos an der Theke,
Hat weder Freundin, Haus noch Knete.
Weil ohne Tyrann,
kein Held gesucht,
glaubt ihr echt,
Arbeit als Angestellter,
wär’ ihm genug?
Nach all den Hürden und Gefahren,
die auf seinen Wegen lagen?
Brauchen wir nicht mehr die anderen,
um zu entfalten, wer wir sind?
Ohne gegenüber, sind wir ein niemand,
fühlen uns verloren und alleine
wie ein mutterloses Kind.
Sie strahlten nur so hell,
weil sie zu schnell vom Himmel flogen,
Nicht in der Umlaufbahn blieben,
Durch die Atmosphäre, Richtung Boden.
Und verbrannten wie Kometen.
Auch wenn’s fürs Publikum
ein Spektakel war,
die Leidtragenden sind sie,
denn sie sind jetzt nicht mehr da.
Will er nicht wie die anderen,
jung und einsam sterben,
und ihnen zu früh Gesellschaft leisten
auf dem Friedhof in ihren Särgen,
so sei ihm eins gesagt:
Dem Künstler, wie dem Held,
er braucht weder Publikum noch Feind,
sondern einzig und alleine,
eine Mutter, die ihn hält.
Gewidmet allen Künstlern und Künstlerinnen, deren Antrieb die Suche nach Liebe und Anerkennung ist.
