tomorrowonmymind

No, you can't always get what you want, you can't always get what you want, you can't always get what you want, but if you try sometime you'll find, you get what you need

I Got Lost In Pussy

Erinnert ihr euch an die drei Optionen, die man unter Stress hat: sich tot stellen, Rennen oder Kämpfen. Option zwei und drei hatte ich abgehakt. Jetzt kam Nummero Uno: mein Körper machte schlapp und ich wurde krank.

Nachdem David mich durch Cape Coast geschleppt und die Medikamente besorgt hatte, fuhren wir zurück nach Ayensudo, wo ich mich die nächsten Tage im Bett verbrachte. Solomon und Robert sorgten dafür, dass ich mit allem versorgt war, was ich brauchte.

Mein Magen fuhr Achterbahn: ich rannte abwechselnd zum White-House (von außen geweißeltes Plumps-Klo abseits der Hütten), wo nicht mal mehr die Kakerlaken bleiben wollten, nachdem ich Obama besuchte und wieder zurück in mein Bett. Erst nachdem mein Magen einmal Komplett-Inventur betrieben hatte, konnte ich länger als eine halbe Stunde im Bett verbringen.

Dann kam B ins Spiel

B, die schon über vier Monate Tür an Tür mit mir wohnte, jedoch nie Interesse an mir gezeigt hatte. Außer mit ihrem Vater am Telefon wechselte sie mit niemandem mehr Worte als nötig. Sie hatte diese schöne Art der Traurigkeit, die man bekommt, wenn man eine schwere Trennung hinter sich hat und sich eine Zeit lang in sich selbst zurückzieht.

Solomon, der es als Alpha der Nachbarschaft gewohnt war die Frauen für sich zu gewinnen lief mit seinen Anmachsprüchen bei ihr gegen afrikanisch schlecht betonierte Hüttenwände. Sie erfüllte zwar die kulturellen Erwartungen an eine Frau, indem sie abends für uns kochte und morgens den Hof fegte.

Sobald es jedoch persönlich wurde, versanken Solomons Anmachsprüche in ihrem enttäuschten Gang und der tiefen Traurigkeit ihrer dunklen brauen Augen.

Ich war von Tag eins in sie verliebt. Von dem Tag an, als ich Ende September das erste mal in dem Vorraum meiner Hütte stand und sie vom Wochenende, dass sie damals immer zwei Stunden östlich in Tema bei ihrer Familie verbrachte zurückkommend ihre Tür aufschloss.

Fast überall standen mir die Leute aufgrund meiner Hautfarbe freundlich und aufgeschlossen gegenüber. Egal wo ich hinkam: lächelnde, einladende Gesichter die alle das selbe sagten: „Akwaaba, you are welcome.“ Als ich B das erste Mal vor meiner schwarzen Wassertonne stehend durch das Fliegengitter sah, dass meinen Vorraum von ihrem abtrennte, entegegnete sie auf meine vom Rausch der Gastfreundschaft überschwinglich gewordene Begrüßung nur müde und desinteressiert mit: „Ah, hello, I’m B, nice too meet you.“, um sich anschließend ohne ein weiteres Wort in ihr Zimmer zurückzuziehen.

Die Schwingungen nähern sich

Jetzt, wo ich selbst desillusioniert war von meiner Rolle als Freiwilliger, der Glaubwürdigkeit der Freundlichkeit der Ghanaer, hinter der meist eigene Interessen steckten, meiner Familie und der „verlorenen Liebe“ in Deutschland , wirkte B noch anziehender für mich.

Ihre Abneigung gegenüber den Menschen und dem Leben, die ich zu Beginn zwar geheimnisvoll und attraktiv fand, mich aber nicht weiter beschäftigte, wurde nun zu einem Anker für mich, den ich in der sonst so lauten, bunten und fröhlichen Lebenseinstellung der Afrikaner an der Goldküste nirgendwo fand. Wir waren beide enttäuscht vom Leben. Enttäuscht von der Liebe. Schiffbrüchige in einem Meer aus Tränen. Mit meiner zu Beginn überschwänglichen Freundlichkeit konnte sie nichts anfangen. Jetzt sah sie mich krank und am Boden. Und fing an, sich um mich zu kümmern.


😍😇😊 Als sie mich da so hilflos liegen sah, krank, resigniert und erschöpft, fang sie an, sich in mich zu verlieben. Sie sah mein gutes Herz und meinen Kampfgeist und konnte nicht anders, als für mich da zu sein.

😈😂😖 Haha! Du blinder Traumtänzer! Bist du so naiv zu glauben, dass die sich in dich verliebt hätte? Die war fünf Jahre älter als du, viel reifer und Dir emotional haushoch überlegen! Das war eine Granate, jeder wollte die haben und jeder stieß sich die Zähne an ihr aus!

😤😠🤨 Wieso soll sie sich sonst um mich gekümmert haben? Hatte sie nichts besseres zu tun? Denkst du die haben keine anderen Probleme da, als sich um einen kranken Weißen zu kümmern?

😝😈🤣 Na weil sie ihre Chance gewittert hat! Ist doch klar! Schau mal, die sieht, dass du nach außen hin auf cool machst, spürt aber, dass du innerlich gar nicht so reif bist, wie du tust. Dann sieht sie nach und nach wie sich deine Anker, die die Fassade deines Egos aufrecht hielten in Luft auflösen.

Ist doch klar, dass die sich denkt: „Hey, der Typ hat niemanden, der es wirklich ernst mit ihm meint, außerdem ist er ja ganz nett, mit dem kann ich es bis zur Hochzeit aushalten! Den wickel ich mir ein!“

😠😤🤫 Hör auf jetzt! Es war nicht so! Unsere Liebe war echt!

😎😜🥳 Ja safe, du hättest schon gesehen, ob die Liebe immer noch so echt gewesen wäre, wenn der Ring an ihrem Finger gesteckt hätte! Du wärst nicht der erste gewesen, der sich verzaubern ließ und dann seine Eier vor der Hütte einer Einhemischen an den Nagel gehängt hätte.

So genug jetzt! Haltet die Klappe!


Wer soll es ihr schon krum nehmen?

Was soll ich sagen. Ich stelle mir diese Fragen oft. Es wird etwas dazwischen gewesen sein. Zu Beginn war es glaube ich so, wie der misstrauische Teil in mir dachte. Sie sah, dass ich niemanden hatte und witterte ihre Chance. Gleichzeitig war es aber auch so, dass sie in mir jemanden sah, bei dem sie dachte, sie könne keine so engen Gefühle zu mir entwickeln wie zu ihrem Ex-Freund. Somit wäre sie nicht mehr alleine und hätte eine Liebe-Light-Version bei der sie sicher auf Wolke 4 unterwegs war und zusätzlich dazu die Chance auf ein Ticket nach Europa.

Wer kann es ihr verübeln? Solange man nicht selbst in Afrika aufgewachsen ist und nicht weiß, wie hart das Leben dort sein kann, gibt es da nichts zu urteilen.

Sie kochte mir täglich Banku, ein Gericht mit einem Art Kartoffelbrei, Zwiebeln und Fisch, die man beim Essen mit den Fingern in scharfe Tomatensoße tunkte.

So sah Banku wirklich aus.
Nicht wie auf dem Titel-Foto des Beitrags, dass ich von einem Food-Blogger habe, der einen auf kulinarische Vielfalt macht

Ich gewöhnt mich daran, von ihr vesorgt zu werden. Nach und nach merkte ich, dass sie mehr wollte, als mich nur wieder aufzupeppeln. Doch war solche Frauen aus Deutschland nicht gewohnt: die hatte einfach einen Schlangenbiss an der rechten Wade! Von einer Giftschlange! Und es war für sie nicht einmal die Rede wert…

I …

Nachdem ich wieder einigermaßen auf dem Damm war, saß ich abends mit Robert und Solomon in deren Hütte vor dem Fernseher. Während die zwei mal wieder darüber diskutierten, ob Politik wichtiger sei als Fussball, sich dabei ständig die Fernbedienung aus der Hand rissen und abwechselnd von BBC-Nachrichten zu Champions-League wechselten, sagte ich, dass ich das Gefühl habe, B mag mich. Aprupt hörten sie auf mit ihrem Theater, wobei BBC das rennen machte.

Solomon sagte: „Yes, Matthias, she likes you a lot!“

Ich sagte: „Ok, so – what shall I do?“

Robert sagte: „Matthias, you have to fuck her! Fuck her!“

… fucked her.