tomorrowonmymind

No, you can't always get what you want, you can't always get what you want, you can't always get what you want, but if you try sometime you'll find, you get what you need

Fromage

Fortsetzung von Inshallah

„Was hast du eigentlich zu Annabelle von Samaritas gesagt?“ fragte Jamal Ajak, während er ihm den letzten Rest vom Joint reichte. „Du hattest doch was mit ihr am Laufen.“

„Wie meinst du?“

„Naja, dass du gehst halt. Hast du ihr nicht gesagt, dass du weg bist, wenn es heute Nacht klappt?“

„Annabelle hab‘ ich schon vor drei Wochen abgesägt.“

„Hast du mir gar nicht erzählt. Tut mir leid.“

„Achwas, braucht Dir nicht leid tun. War nichts Ernstes.“

„Wieso hast du sie dann abgesägt. Ist doch immer gut was in der Pfanne zu haben.“

„Wohl eher an der Pfanne.“ Sie lachten.

„Aber sag sowas nie bei Secour Catholique oder Samaritas!“ ermahnte ihn Jamal mit erhobenem Zeigefinger.

„Wieso? Weil den Studentinnen sonst ihr Weltbild von unschuldigen Flüchtlingen und bösen Weißen zusammenbricht. Haha. Als ob sich etwas daran geändert hätte, dass ich der Mann bin im Haus.“

„Du hast nicht mal ein Haus Ajak. Also bleib mal auf dem Boden.“

„Du meinst wohl eher Sand.“

„Oder eben Sand.“ Sie lachten wieder.

„Jedenfalls: sobald ich ein Haus habe, wird da eine Frau an der Pfanne stehen.“

„Pfanne brauchst du auch.“

„Psssst jetzt.“ sagte Ajak genervt, dem jetzt die Worte ausgegangen war. Außerdem wirkte das Hash, und die anfängliche Euphorie schlug in Entspannung über.

„Zurück zu Annabelle: Wieso hast du sie abgesägt, wenn der Herr Babo Stammesoberhaupt unbedingt eine Frau am Herd braucht, um sich als Mann zu fühlen?“

„Willst du nicht wissen.“ sagte Alek, der jetzt müde vom Hash und an der Wand lehnte.

„Sag doch, oder ist es Dir plötzlich peinlich? Hat sie dich etwa abgesägt und jetzt nagt es an deiner Männerehre?“ lachte Jamal.

„Nein, Habibi, lass lieber.“

Jamal lachte: „Haha, sie hat dich abgesägt.“

„Nein!“

„Anscheinend ja doch, sonst würdest du ja drüber reden.“ lachte Jamal weiter.

„Hör jetzt auf!“

„Mimimimi, Macho-Alak sammelt nicht mehr nur Körbe, sondern auch noch Pfannen.“

„Kun Hadyaan!“

„Ja ist ja gut, du traust dich halt nicht drüber zu reden, ist ok!“

„Also gut.“

„Was also gut?“

„Fromage!“

„Was Fromage?“

„Käse! Sie hat nach Käse geschmeckt!“

„Käsekäse? Untenrum oder wie?“

„Ja. Total eklig. Bah!“

„Hast du es ihr gesagt?“

„Spinnst du? Nein. Ich bin ein Macho, aber kein Arschloch.“

„Dachte schon.“

„Nee. Hab gesagt ich kann es nicht länger mit dem Islam vereinbaren was Lockeres am Laufen zu haben.“

„Wollte sie mehr?“

„Ja, aber kein Bock da drauf. Ich bin nicht aus dem Sudan geflohen, um dann hier die Bitch von jemandem zu werden. Ich bin geflohen um frei zu sein.“

„Hättest dich dann ja scheiden lassen können. Müsstest du hier nicht mitten in der Nacht mit mir im Sand sitzen, nachdem du angepisst wurdest.“

„Ja. Aber das bin ich nicht. Prinzipien sind Prinzipien. Da gibt es keine Kompromisse. Machst du die einmal, machst du die zweimal. Hat mein Onkel immer gesagt. Da lass ich mich lieber anpissen.“

„Ja. Okay Habibi. Dann hast du jetzt eben auch mal französischen Fromage gekostet.“ lachte Jamal. „Bist nicht der erste“ sagte er. „Und werde nicht der letzte sein.“ lachte Alek.