Lustig lustig du Satiriker.
Bushido „Black Friday“
Wer will spielen
auf der Straße gibt es keinen Schiedsrichter.
Bushido hat recht. Auf der Straße gibt es keinen Schiedsrichter. Wenn die Tür ins Schloss fällt gibt es keinen Schiedsrichter. Das Leben kann hart sein. Hart wie Stahl. Es kann so kalt sein wie ein Besuch der Eiskönigin.
Vor allem in der Vorweihachtszeit spielen die Themen Heimat und Zugehörigkeit eine große Rolle.
Es geht in den Medien meistens um den Haken. Darum, was nicht gut läuft. Was die „Schwierigkeiten“ sind. Teilweise habe ich sogar das Gefühl, es sei besonders erstrebenswert „kritisch“ zu hinterfragen und sich nicht begeistern zu können. Fast schon eine Deutsche Tugend.
Sidos neues Album handelt davon, dass er in Drogen, Sex und in seinem künstlerischen Erfolg etwas gesucht hat, was ihm in seiner Kindheit fehlte. Meiner Meinung nach das für ein Kind wichtigste Gefühl überhaupt: sich angenommen fühlen. Von einem stolzen Vater und einer glücklichen Mutter, die sich angelehnt an ihren Mann voll auf das Mutter-Sein konzentrieren kann.
Es ist ein Idealbild um zu verdeutlichen, worum es geht: Sicherheit, Geborgenheit, in dieser chaotischen Welt landen können.
Was mich in der Vergangenheit fast zur Verzweiflung gebracht hätte war, dass Therapeuten und Ärzte unglaublich professionell darin waren, Probleme zu erkennen und Diagnosen zu stellen, während sie unglaublich hilflos darin waren Wege zu zeigen „Löcher im Herzen“ füllen zu können. Manche würden sogar immer noch behaupten, dass sei nicht möglich. Man könne nur den Schmerz zulassen – sich auf gut Deutsch ausheulen um das wieder ins „Reine“ zu bringen, was schief gelaufen ist und um dann wieder nach vorne Schauen zu können.
Einerseits schon. Es ist aber ein sowohl als auch. Man kann sehr wohl Erfahrungen in der Gegenwart machen, die man in der Vergangenheit nicht hatte – ganz nach dem Motto „Es ist niemals zu spät eine schöne Kindheit gehabt zu haben“. Als dass man gleichzeitig auch Narben behalten wird, die sich keinen Millimeter verändern werden.
Narben können schön machen. Einzigartig machen. Anders machen.
Weil es meiner Meinung nach in solchen Texten oft nur darum geht, den Haken zu suchen, möchte ich eine Arbeit vorstellen, die für mich ein Anker war und der ich viel zu verdanken habe. Sie geht auf das Wissen zurück, dass unsere tiefsten Prägungen aus der Zeit vor, während und kurz nach der Geburt kommen und einen maßgeblichen Einfluss darauf haben, wie wir uns entwicklen und in Beziehung treten.
Dazu ein Video von einem Ehepaar, die Teilnehmer in Seminaren dabei begleiten, wieder in diese frühe Zeit zu kommen und in der Gegenwart eine heilende Erfahrung zu machen, die damals nicht möglich war.
Darunter ein Video von Franz Renggli, der mehrere Bücher zu dem Thema geschrieben hat und zu dem Therapeuten und Therapeutinnen aus ganz Deutschland und der Schweiz kommen, um sich in dieser Arbeit ausbilden zu lassen.
Bevor ich Kommentare bekomme à la „Was’n das für’n Spiri-Eso-Zeug? Hätte ja nicht gedacht, dass du an so etwas glaubst! Sind bestimmt alles Querdenker!“ Ja, dann ist das nicht dein Ding, no problem.
Mich hat diese Arbeit tief berührt und vielleicht erreiche ich damit Menschen, die es auch berühren kann.
Auf den folgenden zwei Websites werden Seminare angeboten. Ich kenne beide gut und kann sie weiterempfehlen.
Anke Eyrich von „Die Wiege“ hat ihre Praxis in Sulz, Joachim Detjen vom Verein „Geburt und Leben“ sein Seminarhaus in Bayern in der Nähe des Chiemsees. Im ersten Video ist Joachim mit seiner Frau Gudrun zu sehen. Sie ist vor einigen Jahren gestorben. Seither leitet er die Seminare mit einer Kollegin.

