Der Artikel wird stetig aktualisiert und erhebt nicht den Anspruch, alle relevanten Informationen dazu zu erhalten. Zum Beispiel habe ich die Statements von CDU und Grünen noch nicht enthalten, das von der SPD schon. Sobald ich sie bekomme, werde ich sie in den Artikel einfügen.
Zunächst einmal:
Wieso kommt dieses Thema überhaupt auf den Tisch?
Ich kenne keinen einzigen der auf die Idee kommen würde bei allen anderen Problemen die wir gerade haben jetzt mit einer 30er Zone für die Hauptstraße zu kommen. Vor allem vor dem Hintegrund, dass Säckingen eh schon langsam genug ist und jeder am Beispiel Schwörstadt sehen kann, wie nervig so eine durchgezogene 30er Zone sein kann.
Ja Klima,
immer ein Argument – aber macht das jetzt klimatechnisch einen Unterschied, ob man sich da mt 30 km/h hochtourig durchquält oder mit 50 im vierten Gang durchrollen lässt. Wird jetzt vielleicht irgendjemand mit einem Gutachten kommen und sagen ja es macht 23,8 Prozent weniger Emissionen aus blablabla – kann schon sein.
Nur ist das jetzt wirklich nicht relevant im Vergleich zu anderen Schadstoffausstößen. Ganz zu schweigen vor dem Hintergrund, dass man über den Sinn und Zweck von Klimaschutz in der Form, wie er in der Praxis stattfindet eh nochmal ein neues Fass – äääh Windkraftwerk aufmachen könnte.
Lärmschutz für Anwohner
Ich finde das ist kein Argument, weil Wohnorte Vorteile und Nachteile haben. Das war schon immer so.
Wenn du im Dorf wohnst, hast du es schön ruhig und meistens auch billiger (Vorteil), dafür musst du mit dem Auto in die Stadt fahren oder zwei Stunden auf einen Bus warten (am Wochenende länger oder es kommt gar keiner) –> Nachteil.
Wenn du in der Stadt wohnst, bist du am Nabel der Zeit. Dafür ist es eben auch lauter. In die Stadt zu ziehen und sich dann darüber zu beschweren, dass da Lärm ist und doch bitte alle leise sein sollen – naja. Ich denke man kann verstehen, was ich sagen will.
Entweder oder
Man kann nicht alles haben, wenn man kein Millionär ist, der sich sein Penthaus in der Stadt mit Lärmschutzglas abdichten kann. Selbst der hört den Lärm der Stadt, wenn er die Balkontüre aufmacht.
Man sollte auch nicht vergessen, dass manche den Straßenlärm brauchen um einzuschlafen.
Aber wieso jetzt diese Abstimmung?
Wegen des Lärmaktionsplans der EU
Das Thema 30er Zone kam in erster Linie auf, weil die Stadt auf den sogenannten Lärmaktionsplan des Umweltbundesamts (das ihn von der EU bekommen hat) reagieren musste.
Zum Lärmaktionsplan hier eine Erklärung des „Deutschen Instituts für Urbanistik“ (was es nicht alles gibt in Germany). Ich habe den wichtigsten Abschnitt Fett markiert.
Im Prinzip einfach eine Vorgabe der EU, dass die Kommunen schauen müssen, dass es nicht zu laut wird für Mensch und Tier.
Übrigens auch spannend: das gilt in genauso für Bahnstrecken. Nur hört man da keine Diskussion weil Züge generell als „gut“ und Autos als „böse“ gelten.
Also hier der Lärmaktionsplan – Wenn ihr kein Bock habt auf den Kopffick, einfach überspringen.
Ein Lärmaktionsplan ist ein fachübergreifendes Planungsinstrument, das die Belange des Lärmschutzes bei allen infrastrukturellen und umweltpolitischen Planungen soweit wie möglich berücksichtigt. Ziel dieser Planung ist es, einerseits den Umgebungslärm vorrangig an jenen Orten zu reduzieren, wo die Geräuschbelastung ein gesundheitsschädigendes Ausmaß erreicht hat. Andererseits sollen aber gleichzeitig auch ruhigere Gebiete als solche geschützt und erhalten werden. Dafür erließ die EU im Jahr 2002 die „Umgebungslärmrichtlinie“. Hiernach wird im Rahmen eines zweistufigen Verfahrens zunächst der Umgebungslärmpegel in Lärmkarten erfasst und wird im Anschluss ein entsprechender Lärmaktionsplan zur Verminderung von Geräuschbelastungen erstellt. Für die Aufstellung dieses laut Empfehlung alle fünf Jahre zu überarbeitenden Maßnahmenkatalogs sind die Kommunen verantwortlich, die ihrerseits in enger Abstimmung mit der betroffenen Öffentlichkeit arbeiten sollen. Die Zusammenstellung geeigneter Lärmreduzierungsmaßnahmen ist sowohl von der Größe der Kommune als auch von der bereits vorhandenen Infrastruktur abhängig. Entsprechende Konzepte beinhalten daher meist eine Stärkung des ÖPNV, die Anpassung von Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie den Einsatz lärmmindernder Fahrbahnbeläge. Da Lärm schon ab 60 Dezibel das Gehör beeinträchtigen, Stress und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen kann, liegt es in den Händen der Kommunen, mit Hilfe jener Pläne nicht nur positive Auswirkungen auf den Gesundheitsschutz und die Verbesserung der Lebensqualität zu erzielen, sondern auch die Kommune an sich als Wohn- und Investitionsstandort aufzuwerten.
Quelle siehe Fußnote
Sekundenschlaf zu Ende
Jetzt wieder einsteigen!
Auf der Grundlage der zum 30. Juni 2022 veröffentlichten Lärmkarten, sind Lärmaktionspläne bis zum 18. Juli 2024 zu erstellen bzw. zu überprüfen und zu überarbeiten. Dabei ist die Öffentlichkeit rechtzeitig und effektiv zu beteiligen sowie über die getroffenen Entscheidungen zu unterrichten.
Statements der Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat zur 30er Zone


Artikel aus der Zeitung dazu

Dieser Beitrag wird stetig aktualisiert. Er enthält nicht alle Informationen zu dem Thema.
